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Der Hindenburg Zeppelin: Vor 85 Jahren ging die „Titanic der Lüfte“ auf Jungfernfahrt

Am 4. März 1936 bestand der Hindenburg Zeppelin erfolgreich seine Jungfernfahrt und brachte die ersten Passagiere über den Ozean – nach Südamerika und in die Vereinigten Staaten von Amerika. Doch bereits ein Jahr später endete der Traum mit einem tragischen Unglück.

Zu den besonders exklusiven Träumen zählte damals wie heute der Wunsch mit einem Luxus-Luftschiff über den Atlantik zu fliegen. Ganz komfortabel ausgestattet mit Kabine, Dusche und toller Aussicht auf den Ozean. Doch ein Zeppelin fliegt nicht, er fährt. Denn er ist leichter als Luft. In den Zwanziger und Dreißiger Jahren galten lenkbare Luftschiffe des Grafen Zeppelin als Zukunftstechnologie. Sie schienen Flugzeugen überlegen zu sein, bis zum Unglückstag am 6. Mai 1937. 

   

Graf Zeppelin und seine Luftschiffe

Ferdinand Graf von Zeppelin, der „Vater der Luftschiffe“, starb am 8. März 1917. Sein großer Traum war, die fliegenden Riesen als luxuriöse Luftfahrzeuge für ferne Reisen einzusetzen, aber auch als Wunderwaffen im Krieg. Doch noch bevor der Graf stirbt, erweisen sich Luftschiffe als militärische Fehlinvestition – egal ob auf britischer, französischer oder deutscher Seite. Sie wirken wie friedliche, sanfte Riesen der Lüfte, sind zu langsam, zu groß und zu schwerfällig für den Krieg. Wendigere Jagdflugzeuge bedrängen sie am Himmel wie Hornissen, jagen sie in eiskalte, sauerstoffarme Höhen oder schießen sie manövrierunfähig. Tragische Unglücksfälle brachten Zeppelinen zusätzlich negative Schlagzeilen. 

Im 21. Jahrhundert sind sie technisch weiter entwickelt und führen Spezialaufgaben aus. Sie sind im Einsatz bei Rundflügen und Werbekampagnen, dienen zur Überwachung aus der Luft oder zur Beobachtung von Staus.  

Die „Hindenburg“ und ihr Schwesterluftschiff „Graf Zeppelin“

Mit der „Graf Zeppelin“ begann im Jahr 1930 der Höhepunkt der Luftschifffahrt. Mit ihr wurde der transatlantische Liniendienst eingerichtet, in dem auch die 1936 fertig gestellte „Hindenburg“ eingesetzt wurde. Sie startete meistens von Frankfurt und flog nach Rio de Janeiro sowie nach Lakehurst bei New York. Von der Jungfernfahrt am 4. März 1936 bis zum Unglückstag am 6. Mai 1937 legte die „Hindenburg“ während 63 Fahrten etwa 337.000 Kilometer zurück. 

 

Die „Hindenburg“: Das größte Luftfahrzeug und seine Technik

Sie galt als Meisterwerk der Ingenieurskunst und Luxusliner der Reichen. Benannt nach dem deutschen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg übertraf sie mit ihren Maßen von 246,7 Metern Länge, 44,7 Metern Höhe, 46,8 Metern Breite und einem Durchschnittsgewicht von 215 Tonnen (Leergewicht 118 Tonnen) alle vorherigen Konstruktionen. Die „Hindenburg“ ist bis heute das größte, je gebaute Luftfahrzeug und hat die Dimension eines großen Ozeandampfers. 

Ein filigranes Skelett verbirgt sich unter der Hülle aus silbrig lackierten Leinen- und Baumwollstoff. Die verarbeiteten Bleche sind kaum einen Millimeter stark. Vier speziell entwickelte Daimler-Benz-Dieselmotoren mit insgesamt 5.000 Pferdestärken treiben die „Titanic der Lüfte“ mit mächtigen Propellern an. Sie sind paarweise in stromlinienförmigen Gondeln unter dem Rumpf angebracht. Die „Hindenburg“ erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 140 Stundenkilometern und verfügte über eine Reichweite von 16.000 Kilometern. 

 

Luxus an Bord der „Hindenburg“ 

Der legendäre Zeppelin beförderte rund 2.000 Passagiere auf 63 Fahrten und bot seinen Gästen, die sich diese Reise leisten konnten, verschwenderisches Design. Im Inneren des Auftriebskörpers befanden sich zwei Decks mit allem erdenklichen Luxus . Ein Radiomoderator sprach damals von einem „schwebenden Palast“ über zwei Etagen: 25 beheizbare Zweibettkabinen, ausgestattet mit Kleiderschrank, Klapphocker, versenkbarem Waschbecken und fließend warmem Wasser. Im 15 mal 4,5 Meter großen Speisesaal standen rot gepolsterte Stühle aus Aluminium und ultraleichte Tische. Hier servierten die Stewards erlesene Menüs und Weine. Schon bald hatte die Küche einen exzellenten Ruf. Es sollte an nichts fehlen: Lesezimmer, Bar, Gesellschaftsraum mit einem Blüthner-Flügel aus Aluminium und ein Schreibzimmer, welches durch Rohrpost mit dem Postraum verbunden war. 

Auf dem B-Deck traf man sich bei den Aussichtsterrassen. Großzügige Fenstergalerien boten Ausblick in die Tiefe und auf die Landschaft – einige Scheiben konnten sogar geöffnet werden. Im restlichen Teil des Unterdecks befanden sich die elektrische Küche mit Speiseaufzug, die Mannschafts- und Offiziersmesse, Toiletten und der Rauchsalon. In dem rund 20 Quadratmeter großen Raum herrschte leichter Überdruck. Diese Vorsichtsmaßnahme und eine Luftschleuse als Tür sollte das Eindringen von brennbaren Gasen verhindern. Schließlich sorgten über den Köpfen der Passagiere 190.000 Kubikmeter hochexplosiver Wasserstoff in 16 Traggaszellen für den Auftrieb. Außerhalb der Fahrgastanlage, im Rumpf des Schiffes, befanden sich die Mannschaftsquartiere. Erstmalig auf einem Luftschiff gab es hier Duschen.

Trotz Luxus ein Minusgeschäft: Hin- und Rückfahrt kostete 1.500 USD 

Trotz der enorm teuren Luxuspassagen und vieler Tonnen Luftpost an Bord, blieb die Transatlantikfahrt ein Minusgeschäft. Die „Hindenburg“ absolvierte als Linien-Luftschiff 63 Fahrten. Die Kabinen an Bord reichten für gerade einmal 70 Passagiere, die sich diesen Reiseluxus gönnen konnten: Fünf Köche und ein Arzt waren an Bord, die Kabinen waren hochmodern, aber zweckmäßig. Ein Pianist unterhielt die Gäste beim Essen und im Speisesaal servierte man auf edelstem Geschirr. Der Reisepreis war entsprechend: Ein einfaches Ticket in die USA kostete 720 US-Dollar. Das ist nach heutiger Kaufkraft etwas zehnmal so viel. 

 

Ein Luxusliner und sein Ende  

Am 6. Mai 1937 verunglückte die „Hindenburg“ nach 77 Stunden Reisezeit bei der Landung in Lakehurst. Während eines Gewitters setzte sie dort zur Landung an. Dabei brach ein Feuer im Heck des Zeppelin aus, das sich schnell ausbreitete. Dem amerikanischen Bodenpersonal und seinen waghalsigen Rettungsmanövern war es wohl zu verdanken, dass 62 der 97 Passagiere überlebten. Sie holten unter Einsatz ihres Lebens die Verletzten aus dem brennenden Wrack. 

Bis heute ist die Unfallursache immer noch nicht ganz geklärt. Man vermutet, dass die Schiffshülle durch eine elektrostatische Entladung Feuer fing und dabei den Wasserstofftank entzündete. Die “Hindenburg“ verlor ihren statischen Auftrieb und sank innerhalb 34 Sekunden zu Boden.  

 

„Die Katastrophe von Lakehurst“ war das erste tödliche Unglück in der zivilen Luftfahrt mit Zeppelin-Luftschiffen nach dem Ersten Weltkrieg – und es bedeutete das Ende der Verkehrsluftschifffahrt. Nur ein Monat nach dem Unglück wurde ein weiterer Zeppelin zu einem Museum ausgebaut. Die „Graf Zeppelin 2“, das Schwesterschiff der „Hindenburg“ war als neues Flaggschiff vorgesehen – beförderte aber nie Passagiere und unternahm nur noch Post- und Testflüge. 

 

 

 
Tags: Briefmarken