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Der erste Weltumsegler Ferdinand Magellan und seine tödliche Odyssee (1519-1521)

Vor 500 Jahren zählten Muskat, Pfeffer und Nelke zu den wertvollsten Schätzen der Erde. Den portugiesischen Seefahrer Ferdinand Magellan zog es deshalb an den Ort, wo der Pfeffer wächst: zu der indonesischen Inselgruppe der Molukken. Am 10. August 1519 startete er im spanischen Auftrag seine längste, dramatischste und letzte Reise dorthin. 

 

Als Sohn einer verarmten Adelsfamilie wurde Ferdinand Magellan am 3. Februar 1480 in Portugal geboren. Vor über 500 Jahren brach er zu seiner größten Unternehmung auf. Dabei war sein Auftrag kein geringerer, als über völlig unbekannte Gewässer den fernen Osten zu erreichen und den amerikanischen Kontinent dabei zu umschiffen. Dies konnte jedoch nur gelingen, wenn die Erde keine Scheibe, sondern tatsächlich rund ist. Magellan wollte beweisen, dass die Erde eine Kugel ist, was jedoch nur ein kleiner Teil seiner Crew erlebte. 

Der spanische König rüstete Magellans Expedition aus und versprach ihm als Belohnung einen Teil der Schätze, die er von seiner Reise mitbrachte. Am 20. September 1519 war die Flotte mit fünf Schiffen und einer Besatzung von 237 Mann schließlich vollbeladen und startklar. Dies war der Beginn einer Reise ins Ungewisse.

   

Magellans Weltumrundung und die wichtigsten Etappen 

Offizieller Start der Reise, 10. August 1519

Die Magellan-Flotte verabschiedet sich mit fünf Schiffen aus dem Hafen von Sevilla. Euphorisch winkt das Volk der Besatzung zu, Kanonendonner begleitet das Auslaufen der Flotte. Um die Schiffe fertig zu beladen, steuert der Kapitän als erstes Ziel die Mündung des Flusses Guadalquivir an.

Abfahrt von San Lúcar, 20. September 1519

237 Mann haben die Beichte abgelegt und stechen in See. Die Flotte nimmt Kurs auf die Kanarischen Inseln und beginnt am 3. Oktober mit der Überquerung des Atlantiks. 

Ankunft Südamerika, 13. Dezember 1519

Die Reise führt über Teneriffa nach Rio de Janeiro. Die Besatzung wird von den einheimischen „Menschenfressern“ freundlich begrüßt – diese sind laut dem Chronisten nackt und schmutzig. Die Spanier essen erstmals Ananas und Kartoffeln und bewundern bunte Papageien. Die Weiterreise ist am 1. Januar 1520. 

Erster Rückschlag, 12. Januar 1520

Magellan stellt fest, dass der Rio de la Plata kein Meereskanal zur Westseite des amerikanischen Kontinents ist, sondern nur ein Fluss. Aufgrund zahlreicher Hinweise anderer Entdecker hatte er fest damit gerechnet, hier auf eine Passage zum Indischen Ozean und zu den Gewürzinseln zu stoßen. Die Fahrt geht weiter Richtung Süden.  

Meuterei, 1. April 1520

Magellan beschließt, in der Bucht von San Julián zu überwintern. Drei seiner Kapitäne wollen jedoch heimkehren und beginnen zu meutern. Dabei wird ein Kapitän im Handgemenge erstochen und ein anderer standrechtlich geköpft. 40 niederrangige Meuterer und verdächtige Matrosen werden in Ketten gelegt, einige davon gefoltert.

Nur noch vier Schiffe, 22. Mai 1520

Auf einer Erkundungstour an der Küste zerschellt die „Santiago“ bei einem Unwetter. Ein in Ketten gelegter Sklave ertrinkt, 37 Matrosen können sich retten. Der größte Teil der Ladung kann geborgen werden. Die Flotte besteht nur noch aus vier Schiffen. 

Verstoßen, 24. August 1520

Die Reise geht weiter, aber ohne den Generalinspektor der Flotte: Juan de Cartagena. Er ist der spanische Aufpasser von Magellan und bestens vernetzt mit dem spanischen Hof. Obwohl er im Rang und Lohn über dem portugiesischen Generalkapitän steht, wird er zusammen mit einem Priester am Ufer ausgesetzt. Gemeinsam mit ihm hatte er einen Anschlag auf Magellan versucht.


Entdeckung Magellanstrasse, 1. November 1520

Endlich! Die Flotte entdeckt den Durchgang vom Atlantik zum Pazifik – die spätere Magellanstrasse. Sie ermöglicht Seefahrern, den Weg um das gefährliche Kap Hoorn vermeiden zu können. Einen Monat dauert die Erkundung dieser Meerenge. 

Ein Schiff desertiert, 8. November 1520

In der Nacht nimmt das größte Schiff der Flotte, die „San Antonio“ mit 57 Mann Besatzung Reißaus. Sie flüchten Richtung Spanien und erreichen am 6. Mai 1521 Sevilla. Magellan startet die Überfahrt über den Pazifik mit nur noch drei Schiffen und 166 Mann. 

Odyssee auf dem Pazifik, 28. November 1520

Die Schiffe erreichen das offene Meer. Magellan und die Besatzung sind fest davon überzeugt, den indischen Ozean erreicht zu haben – die Gewürzinseln scheinen nicht mehr weit entfernt. Am 16. Dezember beginnt die dramatische Fahrt über ein bislang völlig unbekanntes Meer. Die Reise dauert viel länger als geplant und wurde endgültig zur Qual. Vier Monate sehen die Seeleute kein Land mehr. Das Trinkwasser ist faulig, der Schiffszwieback ungenießbar und vermadet. Die Matrosen ernähren sich vom Leder der Takelage, Sägemehl und Mäusen. Viele leiden an Mundfäulnis, über 20 Mann sterben. Die Schiffe ziehen an einigen kargen Inseln vorbei, die jedoch keine Nahrung und kein Wasser bieten – lediglich Fische kann man fangen.

Räuberische Einwohner, 6. März 1521

Land in Sicht – die Flotte legt auf der Insel Guam an. Hier gibt es Nahrungsmittel und Trinkwasser. Die Einwohner erweisen sich als Räuber und stehlen ein Beiboot und allerlei der Schiffsausrüstung. Die Spanier holen sich ihr Eigentum wieder zurück und verlassen die Insel nach drei Tagen. 

Philippinen, 17. März 1521

Die Seeleute erreichen die philippinischen Inseln Homonhon und Limasawa. Die Einheimischen zeigen sich freundlich und hilfsbereit. Die Besatzung kann sich von den Strapazen erholen, findet Wasser und Nahrung. 

Christianisierung und Massentaufen, 14. April 1521

Die Spanier taufen auf Cebu den Inselkönig Humabon und dessen Familie. Er wird von Magellan zum Statthalter des Königs von Spanien ernannt. In den Tagen darauf werden alle Einwohner von Cebu und den anderen philippinischen Inseln getauft. Damit zählen auch sie zu den Untertanen des spanischen Königs. Nur die Bewohner auf Mactan, gleich gegenüber von Cebu, wollen sich nicht taufen lassen.

Magellans Tod am 27. April 1521

Der Inselhäuptling von Mactan, Lapu-Lapu widersetzt sich der Anordnung des Statthalters von Humabon.  Damit verweigert er auch den Gehorsam gegenüber dem spanischen König. Magellan organisiert eine Strafexpedition für die Einwohner Mactans und wird im Kampf getötet.

Massenmord, 1. Mai 1521

Zeit, die Philippinen zu verlassen. Die spanische Besatzung macht sich bereit zur Weiterfahrt. Vor der Abreise lädt der Statthalter Humabon zum Abschiedsmahl. Dies ist jedoch eine Falle. 26 Spanier werden ermordet oder schaffen es nicht rechtzeitig auf die Schiffe. Auch der neue Flottenkommandant, Juan Serrano ist unter ihnen. Die übrigen 113 Männer fahren auf zwei Schiffen weiter. 

Westroute, 21. Dezember 1521

Eines der letzten beiden Schiffe, die „Trinidad“, ist bei der Rückreise überladen von Vorräten und Gewürzen und hat ein Leck. Trotzdem wagt man den Versuch noch einmal den Pazifik zu durchqueren, muss aber umkehren – das Schiff benötigt dringend eine Überholung. Die Hälfte der Mannschaft kommt bei dem Versuch ums Leben und nur fünf von über 50 Männern werden nach Europa zurückkommen. 

Rückkehr, 8. September 1522

Juan Sebastián Elcano wird der Nachfolger von Kapitän Magellan. Er setzt die Reise auf dem letzten Schiff „Viktoria“ alleine fort. Als einziges schafft es die „Viktoria“ nach drei Jahren in den Hafen von Sevilla zurückzukehren und feuert beim Einlaufen am 8. September 1522 alle Kanonen ab. Die Crew besteht noch aus 18 Mann, alle sind krank. Barfuss, fast unbekleidet und völlig erschöpft gehen sie an Land und danken im Gebet für ihre Rückkehr. 

 

Es war ohne Zweifel eines der spannendsten Abenteuer der Weltgeschichte. Kapitän Magellan und seine Besatzung sind bis heute unvergessene Pioniere der Weltumrundung.