Philatelistisches Lexikon

Hier finden Sie wichtige Philatelistische Begriffe kurz und knapp erklärt!


Abarten

Nicht beabsichtigte Fehldrucke aller Art (Papier, Farbe, Auf- oder Überdrucke, etc.). Bei Stempeln entstehen Abarten durch fehlerhafte oder falsche Buchstaben und Ziffern. Oft wertvoll.

Aerogramm
Ein amtlich verausgabter gefalteter und verschlossener Briefbogen mit Wertzeicheneindruck (Einheitsporto) der mit Luftpost befördert wird. Einlagen aller Art sind verboten. Auch Luftpostleichtbrief genannt.

Ankunftsstempel
Abdruck des Tagesstempels des Empfangspostamtes; Nachweis der Beförderung auf dem gewünschten Weg

Bedarfsbrief
durch die Post tatsächlich befördert, keine Gefälligkeitsentwertung

Bestätigungsstempel
privater Stempel (dient nicht der Markenentwertung), der auf eine besondere Beförderungsart oder auf eine Veranstaltung hinweist

Blockpaar
zu einem bestimmten Anlass werden zwei Blocks gleichzeitig verausgabt (oft gezähnt/ungezähnt)

Dauermarken
Freimarken, die über längere Zeit bildlich unverändert aufgelegt werden; Farbe kann infolge Tarifänderung wechseln; werden in unbegrenzter Auflage nach Bedarf gedruckt

Dauerserie
Satz, bestehend aus allen zusammengehörigen Dauermarken; einzelne Wertstufen müssen nicht zwingend an einem Tag verausgabt werden

Druckfehler
Fehler, der nicht während des Druckvorgangs entstanden ist (das sind Fehldrucke), sondern von Anfang an vorhanden war (falscher Buchstaben in Inschrift o.ä.)

echt gelaufen
keine Gefälligkeitsentwertung, sondern Sendung wurde von der Post tatsächlich befördert

echt gestempelt
Briefmarken wurden während der Kurszeit bedarfsmäßig verwendet und mit einem echtem Poststempel entwertet (keine Gefälligkeitsentwertung)

Eckrandstück
Briefmarke aus einer Ecke des Schalterbogens mit anhängendem Bogenrand an zwei Seiten

Ersttagsbrief
wird meistens mit FDC (First Day Cover) abgekürzt; Schmuckumschlag von der Post oder privater Seite hergestellt; mit neu verausgabter Briefmarke beklebt und dem Ersttagssstempel versehen; in der Regel mit Gefälligkeitsabstempelung versehen

Ersttagsstempel
in der Regel ein Sonderstempel für neu verausgabte Marken; er zeigt den ersten Gültigkeitstag der Marken als Datum

Ganzsache
von der Post verausgabter Briefumschlag, Postkarte o.ä. mit Wertstempeleindruck in Höhe des erforderlichen Portos (in der Regel Eindruck von Dauermarke, Sondermarke oder Gedenkmarke; komplett andere Bildgestaltung ist aber möglich)

Gedenkmarke
wird auch als Sondermarke bezeichnet; verausgabt zum Geburts- oder Todestag einer bekannten Persönlickeit, zum Jahrestag einer Erfindung oder Entdeckung, zur Gründung einer Stadt oder eines Staates usw.; mit oder ohne Zuschlag; meist mit einem auf das Ereignis bezugnehmenden Bild

Heftchenblatt

vollständiges Briefmarkenblatt, das aus einem Markenheftchen stammt

Kehrdruck
waagerechtes oder senkrechtes Briefmarkenpaar, das vom Markenbild her gesehen kopfstehend unmittelbar oder durch Zwischensteg getrennt zusammenhängt. Solche kopfstehenden Paare sind meist große Raritäten. Sie entstehen in der Bogenmitte, wenn der Papierbogen aus drucktechnischen Gründen erst nur zu Hälfte, umgedreht und dann die andere Hälfte bedruckt wird.

Klebefalz
dient zur Befestigung gestempelter Briefmarken im Album; früher auch für ungebrauchte Briefmarken benutzt (Wertminderung bei Ausgaben ab ca. 1930)

Ländersammlung
umfasst alle von einem Land verausgabten Briefmarken; beginnt an einem vom Sammler selbst gewählten Zeitpunkt (z.Bsp. wichtige Zäsur in der Geschichte des Landes)

Luftpost
amtliche Bezeichnung für durch die Luft beförderte Sendungen; früher auch als Flugpost bezeichnet; international übliche Bezeichnungen sind AirMail bzw. Poste Aérienne

Luftpostmarken

seit 1917 (erste Luftpostmarken) in vielen Ländern zur Freimachung von Luftpostsendungen üblich; gehören zur Gruppe der Freimarken; auch für normale Post gültig

Marke auf Marke
Sondermarken, auf denen alte Briefmarken reproduziert sind; beliebtes Thema bei Motivsammlern

Markenheftchen
Zusammenstellung von einem oder mehreren Heftchenblättern mit mehreren Briefmarken gleicher oder verschiedener Wertstufen; Heftchenblätter befinden sich - häufig durch Schutzblätter getrennt - zwischen zwei kartonstarken Deckeln

Maximumkarte
Ansichtskarte, die auf ihrer Rückseite das völlige oder zumindest weitgehend übereinstimmend gleiche Bild mit einer Sonder-, Gedenk- oder Dauerbriefmarke zeigt.

Militärpost
Nach Abschluss der Kampfhandlungen in einem besetzten fremden Gebiet verbleibende Posteinrichtung. Sie ist nicht nur als Besatzungsfeldpost, sondern auch für die Zivilbevölkerung tätig und steht unter militärischer Obhut.

Mischzähnung
Briefmarken, die nicht auf allen Seiten gleich gezähnt sind. Dies kommt vor, wenn die Briefmarkenbogen nicht auf einer, sondern auf zwei mit verschiedenen Zähnungsleisten bestückten Zähnungsmaschinen gezähnt werden.

Motivsammlung
Anhand von Briefmarken, Stempeln, Bildpostkarten u.a. wird ein vom Sammler gewähltes Thema bearbeitet.

Nachauflage
Briefmarken, die infolge großen Bedarfs (z.Bsp. Werte der Dauerserien) laufend nachgedruckt werden müssen.

Neudruck
Briefmarken, die nach Beendigung der Gebrauchsauflage und Ersatz einer Briefmarke durch ein neues Muster von der Postverwaltung selbst oder in deren Auftrag hergestellt werden. Der Druck kann von den Originaldruckformen oder, falls diese nicht mehr vorhanden sind, von neuen Druckformen erfolgen. Abweichungen gegenüber den Originalbriefmarken hinsichtlich Papier und Farbe können vorkommen.

Plattenfehler
Fehler im Briefmarkenbild, im Auf- oder Überdruck u.ä. Entstanden durch Beschädigung der Druckform, von Beginn an oder während des Drucks. Kann bei der ganzen Auflage oder – wenn der Fehler bemerkt wird – auch nur bei einer Teilauflage auftreten. Ein echter Plattenfehler tritt normalerweise nur bei einer oder wenigen Briefmarken eines Schalterbogens und immer auf dem gleichen Bogenfeld auf.

Postfrisch
Briefmarken, die sich in dem Zustand befinden, wie sie am Postschalter abgegeben wurden. Rückseite und Gummierung sind völlig unberührt.

Probedruck
Letzter Versuchsdruck vor Beginn der eigentlichen Druckauflage, die dann zur Verteilung am Schalter vorgesehen ist.

Schiffsbrief
Sendungen, die vom Absender zum Empfänger ganz oder teilweise mit Schiffen befördert wurden, was aus entsprechenden Leitvermerken bzw. Stempeln hervorgeht. Das Schiff darf nicht zur regelmäßigen Postbeförderung eingesetzt sein und an Bord darf sich keine Schiffspost befinden. Die Sendung muss einem Besatzungsmitglied zur Übergabe an das nächst erreichbare Postamt ausgehändigt werden.

Schiffspost
Posteinrichtung an Bord von Schiffen, die nicht von Postbeamten begleitet werden. Der verantwortliche Offizier übernimmt an Bord Postsendungen, verkauft Briefmarken und stempelt in den Schiffsbriefkasten eingeworfene Sendungen ab. Das Bordpostamt verfügt über einen entsprechenden Stempel. Der Briefmarkenverkauf muss bei Erreichen eines fremdstaatlichen Hafens eingestellt und der Schiffsbriefkasten geschlossen werden.

Sonderganzsache
Zu verschiedenen Ereignissen von der Post verausgabte Ganzsachen. Mit eingedruckten Wertzeichen, die es als Schalterbogen-Briefmarke nicht gibt.

Sondermarke
Briefmarken mit oder ohne Zuschlag für besondere Ereignisse. Mit einer auf den Ausgabeanlass bezugnehmender Markenabbildung oder Inschrift.

Sonderstempel
Stempel die anlässlich zeitlich und örtlich begrenzter Ereignisse eingesetzt werden. Erhalten duch zusätzliche Inschriften oder Bilder dokumentarischen Charakter.

Überdruck
Briefmarken, die aus einem besonderen Grund mit einer neuen Wertangabe versehen werden.

Ungebraucht
Briefmarken oder Ganzsachen, die der postalischen Verwendung nicht zugeführt wurden. Briefmarken können auch mit Klebefalz oder Falzrest versehen sein.

Ungezähnt
Briefmarken, die nicht gezähnt sind.

Ungummiert
nicht gebrauchte Briefmarken ohne rückseitige Gummierung

Viererblock
Zwei neben- und übereinander zusammenhängende Briefmarken gleicher Ausgabe und Wertstufe, die aus einem Schalterbogen ausgetrennt sind.

Vignetten
Privat hergestellte briefmarkenähnliche Drucke, oft mit „Wertangabe“ aber ohne Frankaturkraft.

Zähnungsarten
Philatelistisch unterscheidet man zwischen drei großen Zähnungsarten:
* Kammzähnung - alle Ecken haben regelmäßig ausgebildete Zahnspitzen
* Linienzähnung - mindestens eine Ecke ist abgerundet
* Kastenzähnung - alle Briefmarken des Bogens werden in einem Arbeitsgang gezähnt

Zähnungsfehler
Während des Zähnungsvorgangs ist eine Zähnungsnadel abgebrochen, es fehlt ein Zähnungsloch oder die Briefmarke ist stark verzähnt. Keine Abart.

Zeppelinmarken
Insgesamt 22 Länder haben zu den Fahrten der deutschen Luftschiffe mit Postbeförderung Sonderbriefmarken verausgabt.

Zeppelinpost
Sendungen, die mit dem Zeppelin befördert wurden. Sie sind an Hand von Bestätigungs-, Bord-, Sonder- oder Leitstempeln zu Sonderfahrten zu erkennen. Das Gebiet der Klassischen Zeppelinpost beginnt in Deutschland 1908 und endet 1939.
Seit den 1990er-Jahren wird in Friedrichshafen der Zeppelin NT (Zeppelin Neuer Technik) hergestellt. Bei einer kleinen Anzahl ausgewählter Flüge des Zeppelin NT wird auch Post zugunsten des Pestalozzi-Kinderdorfes in Wahlwies/Bodensee befördert.

Zusammendruck
zwei oder mehr Briefmarken verschiedener Wertstufen hängen waagerecht oder senkrecht unmittelbar zusammen. Es kann sich zwischen ihnen auch ein Zwischensteg oder ein Leerfeld befinden.

Quelle: Großes Lexikon der Philatelie, von Ullrich Häger